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Professionelle Fotografie ist tot - Lang lebe die professionelle Fotografie

Professionelle Fotografie ist tot – Lang lebe die professionelle Fotografie

Inhalt

Ein fotografischer Blick in die Vergangenheit und Zukunft

In diesem Beitrag möchte ich einen gewagten Sprung wagen und die Zukunft der Fotografie prognostizieren, indem ich einen Blick in die Vergangenheit werfe. Es mag überraschen, aber die Diskussionen, die wir heute führen, sind keineswegs neu. Schon im Jahre 1899 gab es einen Artikel von Frank M. Sutcliffe, bzw. Francis Meadow Sutcliffe, die das Ende der Fotografie als Berufszweig prophezeiten – in einer Zeit, als das Schreiben und Lesen zum Allgemeingut wurden und niemand mehr professionelle Schreiber benötigte, sah man ähnliche Entwicklungen in der Fotografie heraufziehen.

Francis Meadow Sutcliffe Artikel aus dem Jahre 1899
Francis Meadow Sutcliffe Artikel aus dem Jahre 1899

Die unendliche Geschichte des technischen Fortschritts

Trotz der Befürchtungen, dass die leichtere Zugänglichkeit der Fotografie für den Laien das geschäftliche Ende für professionelle Fotografen bedeuten könnte, hat sich die Branche stets gehalten und weiterentwickelt. Diese historische Betrachtung klingt verblüffend ähnlich zu den modernen Debatten um die Fotografie im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI).

Professionelle Fotografie - Ein Déjà-vu

Die Angst, dass nun jeder dank KI professionelle Fotos erstellen kann, ist nicht neu. Diese zyklische Wiederkehr der Bedenken zeigt, dass wir uns in einem ständigen Muster von technologischer Innovation und kultureller Anpassung befinden. Von der Erfindung des Rollfilms, der die Fotografie für Amateure ohne chemische Kenntnisse öffnete, bis hin zu den modernen Smartphone-Kameras, die qualitativ hochwertige Aufnahmen ermöglichen – die Fotografie hat sich immer wieder gewandelt.

Jeder ein Fotograf?

Mit jeder technischen Neuerung scheint der Beruf des Fotografen bedroht zu sein: Automatische Belichtung, Fokussierung und schließlich die digitale Bildbearbeitung ließen viele glauben, dass die Tage der professionellen Fotografie gezählt sind. Doch die Geschichte lehrt uns etwas anderes. Trotz der Zugänglichkeit von Werkzeugen und Technologien bleibt die wahre Kunst der Fotografie eine Domäne der Geduld, des Wissens und des handwerklichen Geschicks.

Die wahre Kunst bleibt unberührt

Trotz der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Kameras und der Flut an Fotos bleibt die Welt hungrig nach echter, inspirierender Fotografie. Die Tatsache, dass jeder ein Gerät besitzt, mit dem technisch einwandfreie Bilder möglich sind, hat nicht zu einer Sättigung an herausragender fotografischer Kunst geführt. Ähnlich verhält es sich in der Gastronomie: Der Besitz der Werkzeuge macht noch keinen Meisterkoch.

Die Gelegenheit im digitalen Zeitalter

Heute, genau wie zu jedem Zeitpunkt seit der Erfindung der Fotografie im Jahr 1839, ist durchdachte und geschickte Fotografie gefragt und wertgeschätzt. Die Technologie mag sich weiterentwickeln, doch die Möglichkeit, sich mit einzigartigen und persönlichen Werken zu differenzieren, war vielleicht nie größer. In einer Zeit, in der viele sich mit der Massenproduktion zufriedengeben, bietet die Besinnung auf das Handwerkliche und Einzigartige eine Chance, sich abzuheben.

Fazit

Die Geschichte der Fotografie ist eine Geschichte ständiger Innovation und gleichzeitiger Bewahrung des Künstlerischen und Handwerklichen. Auch wenn die Technologie den technischen Prozess vereinfacht, bleibt die Schaffung von Kunst, die berührt und bewegt, eine menschliche Fähigkeit, die über bloße Technik hinausgeht. In der Welt der unzähligen Bilder ist es das Einzigartige, Persönliche und Künstlerische, das bestehen bleibt und wahre Bedeutung erlangt.

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